Endometriose - was ist das?

Die Endometriose ist eine chronische Erkrankung, die in etwa 10 bis 25  % aller Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter betrifft und damit die zweithäufigste gutartige, gynäkologische Erkrankung darstellt.

Im Unterleib tritt Gewebe, ähnlich der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) auf. Es siedelt sich an den Eierstöcken, Eileitern, Darm, Blase oder dem Bauchfell an. Auch andere Organe, wie z.B. die Lunge, können in seltenen Fällen betroffen sein. Diese Endometrioseherde werden in den meisten Fällen von den Hormonen des Monatszyklus beeinflusst. So können die Herde zyklisch wachsen und bluten, sich entzünden und zur Bildung von Zysten, so wie die Entstehungen von Vernarbungen und Verwachsungen führen. Aber nicht immer haben Hormone Einfluss auf dieselben oder ähnliche Befunde. Da der Krankheitsverlauf von Fall zu Fall verschieden ist, stehen die Beschwerden nicht immer im direkten Verhältnis zum Grad der Ausbreitung der Endometriose. Das heißt, dass heftige Beschwerden vom kleineren Endometrioseherd verursacht werden kann, oder ein ausgedehnter Herd unter Umständen von der Frau gar nicht bemerkt wird.

Vom ersten Tag der Regelblutung bis Ende der Wechseljahre, aber auch danach, können Frauen von der Krankheit betroffen sein.

Nach Schätzungen leiden etwa 2 bis 6 Millionen Frauen in Deutschland an Endometriose. Mehr als 30.000 Frauen erkranken jährlich an dieser Krankheit. Trotz der hohen Zahlen wird die Krankheit leider immer noch viel zu wenig beachtet. Vom Auftreten der ersten Symptome bis zur Diagnosestellung vergehen nicht selten 6 oder noch mehr Jahre. Aufgrund der sehr komplexen Erkrankung können die Symptome und Folgen von Endometriose sehr vielfältig sein.


Symptome

Wie schon erwähnt ist Endometriose eine sehr komplexe Erkrankung. Daher sind die Symptome und Folgen vielfältig und können einzeln oder kombiniert auftreten.

Oft beschriebene Beschwerden und Symptome:

  • starke Unterleibschmerzen, vor allem vor und während der Menstruation
  • Rücken Schmerzen, die oft auch in die Beine ausstrahlen, vor und während der Menstruation
  • starke und unregelmäßige Monatsblutungen
  • Schmerzen während und nach dem Geschlechtsverkehr
  • Schmerzen bei gynäkologischen Untersuchungen
  • Schmerzen während des Eisprungs
  • Schmerzen bei Blasen- und Darmentleerung
  • zyklische Blutungen aus Blase und Darm
  • ungewollte Kinderlosigkeit

Die Symptome sind vielfältig und können einzeln oder kombiniert auftreten.

 

Verbunden mit diesen Symptomen können sein:

  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • vermehrtes Auftreten von Allergien und anderen Autoimmunerkrankungen
  • erhöhte Anfälligkeit für Infekte während der Menstruation

Diagnose

Das ausführliche Gespräch mit Ihrem Frauenarzt steht für die Diagnosestellung an erster Stelle. Hinweise auf die Erkrankung geben die Angabe von Beschwerden mit Lokalisation und Häufigkeit und bestimmen somit das weitere diagnostische Vorgehen.

Sie können bei der Diagnosefindung mithelfen, indem Sie ein Schmerzprotokoll führen.

 

Folgende Untersuchungen sollten nach eingehender Anamneseerhebung beim Arzt bei einem Verdacht auf Endometriose durchgeführt werden:

  • Tast- und Ultraschaluntersuchung
  • endgültige Diagnosestellung NUR durch operative Gewebeentnahme möglich

Behandlung

Folgende Behandlungsmöglichkeiten gibt es:

  • operative Entfernung der Endometriose
  • medikamentöse Schmerzbehandlung
  • medikamentöse Hormontherapie
  • alternative und begleitende Therapie, wie z.B. Homöopathie, TCM, Akupunktur, Osteopathie, Psychotherapie ect.

Im ausführlichen Gespräch mit dem Facharzt sollten immer die Ziele einer Therapie geklärt werden. Für die meisten Frauen stehen das Erreichen von Schmerzfreiheit und/oder die Erfüllung des Kinderwunsches im Vordergrund. Ein passendes Behandlungskonzept muss gefunden werden. Weil die Behandlung oft viele Jahre andauern kann, sind die Patientinnen häufig einem enormen Leidensdruck ausgesetzt. Um mit der Patientin den für sie besten Weg im Umgang mit der Erkrankung zu finden, ist oft die Zusammenarbeit eines Teams aus den Bereichen der Schmerztherapie, Psychosomatik und ganzheitlicher Medizin sinnvoll.


Kinderwunsch

Nur selten ist die Ursache für einen unerfüllten Kinderwunsch, eine leichte Endometriose. Inzwischen ich wohl auch bekannt, dass das Milieu im Bauchraum entscheidend für die Möglichkeit einer Schwangerschaft ist. Anscheinend wird es Ei und Sperma durch Zytokine und Eiweiße bei betroffenen Patientinnen (durch die immer wiederkehrenden Entzündungen) schwer gemacht.

Bei einer ausgeprägten Endometriose kann es durch Verklebungen oder Schädigungen der Eileiter und Eierstöcke zu einer Unfruchtbarkeit kommen. Um die Chance für die Umsetzung des Kinderwunsches zu erhöhen, sollten sich betroffene Frauen an eine spezialisierte Klinik wenden. In einigen Fällen müssen die geschädigten Organe mikrochirurgisch wieder hergestellt werden, denn durch eine Entfernung von Endometriose oder das Entfernen von Verklebungen erhöhen sich die Chancen auf eine Schwangerschaft. Allerdings ist manchmal eine künstliche Befruchtung unumgänglich.